Bankkaufmann/-frau

Das Berufsbild

Die Berufsausbildung Bankkaufmann/-frau ist durch den Lehrplan für das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen Bankkaufmann/-frau vom 01.08.2004 geregelt. Wie in allen neu geordneten Bildungsgängen soll die Berufsschule nicht nur berufliche Grund- und Fachbildung vermitteln, sondern die vorher erworbene Allgemeinbildung erweitern; sie soll außerdem dazu befähigen, die vorgefundene Arbeitswelt und die Gesellschaft in sozialer und ökologischer Weise mit zu gestalten. In der Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann/zur Bankkauffrau werden Akquisition, Kundenberatung und Kundenbetreuung sowie Verkauf von Bankleistungen als Aufgaben gekennzeichnet, die sich in typischen Arbeitsgebieten spiegeln: Kontoführung, Zahlungsverkehr, Geld- und Vermögensanlage, Kreditgeschäft, Controlling, Organisation und Datenverarbeitung, Personalwesen, Revision und Marketing. Am Ende der Ausbildung sollen folgende Fähigkeiten erreicht sein: selbständiges und kundenorientiertes Handeln, institutsspezifische und kaufmännische Fachkompetenz, Fähigkeit zur kundenorientierten Kommunikation, Verkauf der Bankprodukte und Dienstleistungen entsprechend der unternehmerischen Zielvereinbarungen und der Kundenwünsche.

Voraussetzungen

Heute erwarten die ausbildenden Kreditinstitute, dass die Bewerber in der Regel die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife erreicht haben. Die Bewerber sollten über gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse verfügen, kontaktfreudig sein und Spaß im Umgang mit Menschen haben, da die Beratung von Kunden bei nahezu allen beruflichen Handlungssituationen im Vordergrund steht.

Der Berufsschulunterricht

Der Unterricht im Bildungsgang umfasst den berufsübergreifenden, den berufsbezogenen Lernbereich sowie den Differenzierungsbereich, wobei die einzelnen Fächer der drei Bereiche weiter in Lernfelder aufgeteilt werden. Zum berufsübergreifenden Lernbereich gehören die Fächer Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre, Deutsch/Kommunikation und Sport/Gesundheitsförderung. Die Allgemeine Wirtschaftslehre, die Bankbetriebslehre, Rechnungswesen und Datenverarbeitung bilden den berufsbezogenen Lernbereich. Das Fach Englisch wird am Berufskolleg im Differenzierungsbereich angeboten. Hier ist regelmäßig der Erwerb des KMK-Fremdsprachenzertifikats vorgesehen.

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über Fächer und Lernfelder des berufsbezogenen Lernbereichs:

Allgemeine Wirtschaftslehre Bankbetriebslehre Rechnungswesen Datenverarbeitung

1. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Privates und betriebliches Handeln am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
Lernfeld:
Konten führen
Lernfeld:
Unternehmens-leistungen erfassen und dokumentieren
Lernfeld:
Mit betrieblichen Informations- u. Kommunikations-systemen wirtschaftlich u. verantwortungsvoll umgehen
  Lernfeld:
Geld- u. Vermögensanlagen anbieten
 

2. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Modelle für Marktentscheidungen nutzen
Lernfeld:
Besondere Finanzinstrumente anbieten und über Steuern informieren
Lernfeld:
Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen
 
  Lernfeld:
Privatkredite bearbeiten
   
  fakultatives Lernfeld    

3. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen
Lernfeld:
Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten
Lernfeld:
Dokumentierte Unternehmens-leistungen auswerten.
 
Lernfeld:
Auslandsgeschäfte abwickeln
 
fakultatives Lernfeld

Der Unterricht findet zur Zeit in 5 Blöcken von ca. 6-7  Wochen statt.

Förderkurse und Maßnahmen:

Im Rahmen des Wertpapiergeschäfts findet regelmäßig eine eintägige Exkursion zur Börse nach Frankfurt am Main statt.

Lehrer der Bankfachklassen bieten als Angebot des Fördervereins am Berufskolleg im Oberstufenblock einen Wiederholungskurs an, der auf die Kaufmannsgehilfenprüfung vorbereitet. Der Kurs läuft über etwa 10 Wochen und wird an zwei Wochentagen nachmittags (jeweils 3 Stunden) durchgeführt.

Der Berufsabschluss

Der erfolgreiche Besuch des Bildungsganges endet im schulischen Bereich mit dem Berufsschulabschluss, im beruflichen Bereich mit der schriftlichen und praktischen Kaufmannsgehilfenprüfung vor der IHK (Industrie- und Handelskammer).

Unabhängig vom Berufsabschluss wird der Berufsschulabschluss zuerkannt, wenn die Leistungen am Ende des Bildungsganges den Anforderungen entsprechen. Der Berufsschulabschluss ist dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertig. Mit dem Berufsschulabschluss kann der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) erworben werden, wenn eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 erreicht wird, die Berufsabschlussprüfung bestanden wird und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachgewiesen werden.

Persönliche Beratung

Ihre Ansprechpartnerin ist Frau Oberstudienrätin Daniela Luzyna, zu der Sie Kontakt über das Sekretariat unter 02371/9774-0 aufnehmen können.

Anmeldung

Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.


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