Industriekaufmann/-frau

Industriekaufleute sind in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen tätig, die zunehmend nicht nur Produkte herstellen, sondern auch ergänzende und eigenständige Dienst- und Serviceleistungen zum Teil in umfangreichen Projekten anbieten. Industriekaufleute verfügen über ein nicht nur auf die industrielle Fertigung bezogenes breites kaufmännisches Grundwissen, insbesondere auch im Bereich der Kundenberatung, Kundenbetreuung in der Projektabwicklung. Geschäftsprozessbezogene Handlungskompetenz und Kundenorientierung sind Schwerpunkte im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit.

Im Kontakt zu Mitarbeitern und Kunden sind sie gefordert, situations- und adressatengerecht zu handeln, d.h., neben den kaufmännisch-fachlichen Fähigkeiten benötigen Industriekaufleute ein hohes Maß an Sozialkompetenz und Kommunikationsfähigkeit.

In den Lernfeldern des berufsbezogenen Lernbereichs wird der Förderung der sprachlichen Handlungsfähigkeit im Beruf deshalb eine hohe Bedeutung beigemessen. Die Entwicklung von Sprachhandlungsfähigkeit ist nicht auf das Fach Deutsch/Kommunikation beschränkt, sie ist ebenso Auftrag des berufsbezogenen Lernbereichs. Abstimmung und Zusammenarbeit der Fächer und Lernbereiche fördern die Realisierung dieses Bildungsauftrags.

Statistisch gesehen ist in Deutschland ca. jeder vierte Erwerbstätige für den Export tätig. Die Beherrschung der englischen Sprache und Kenntnisse internationaler Rechtsnormen werden daher in diesem Zusammenhang immer wichtiger.

Das Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn hat auf diese Entwicklung reagiert und bietet neben der herkömmlichen Ausbildung zur Industriekauffrau/-kaufmann seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 die Möglichkeit, die Ausbildung zum Industriekaufmann/-kauffrau EU zu absolvieren.

Die Auszubildenden zum Industriekaufmann/-kauffrau EU erhalten zusätzlichen Unterricht in den Fächern Wirtschaftsrecht EU und Englisch. Außerdem absolvieren sie einen 13-wöchigen Aufenthalt in Wales (Großbritannien) mit Betriebspraktika in walisischen Unternehmen. Unsere Partnerorganisation ECTARC führt dort die Sprachkurse und die Abnahme des TRINITY EXAMINATION, eines international anerkannten Fremdsprachenzertifikates, durch. Für die Finanzierung des Aufenthaltes stehen Mittel aus dem „Leonardo da Vinci-Programm“ der EU zur Verfügung.

Art, Dauer und Aufnahmevoraussetzungen

Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Die dreijährige Ausbildung erfolgt im Ausbildungsunternehmen und in der Berufsschule. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. Abschluss des Wirtschaftsgymnasiums/Gymnasiums oder der Höheren Berufsfachschule, auf 2 oder 2 1/2 Jahre verkürzt werden.

Die Ausbildungsbetriebe verlangen überwiegend als Eingangsvoraussetzung die Fachhochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife. Einige Betriebe stellen aber auch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Fachoberschulreife) oder Hauptschulabschluss ein.

Berufstypische Anforderungen sind schnelle Auffassungsgabe, sicheres Zahlenverständnis, Kontaktfreude und Kommunikationsfähigkeit, Geschick im Umgang mit Menschen und Verhandlungstalent, gutes sprachliches (auch fremdsprachliches) Ausdrucksvermögen, sicheres Auftreten, Teamfähigkeit, Organisationstalent, Kenntnisse im Umgang mit aktuellen Informations-, Kommunikations- und Medientechniken.

Bewerbungsverfahren

Nach Durchsicht der Bewerbungsunterlagn werden die Bewerberinnen und Bewerber zu einem Berufseignungstest oder einem persönlichen Gespräch eingeladen. Die Anforderungen an die Bewerber und die Einstellungsbedingungen der Unternehmen sind jedoch unterschiedlich. Es ist daher zweckmäßig, sich rechtzeitig bei den in Frage kommenden Ausbildungsbetrieben über Bewerbungstermine, Einstellungsbedingungen, Auswahltests und Vorstellungstermine zu informieren.

Wichtig sind gute Deutschkenntnisse (Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung) und angemessene Mathematikkenntnisse.

Abschlüsse in der Berufsschule

Informationen zu den Abschlüssen in der Berufsschule finden Sie hier.

Berufsabschluss

Nach Teilnahme an der Zwischenprüfung und erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer haben die Auszubildenden gute Chancen einen Arbeitsplatz im kaufmännischen Bereich zu erhalten.

Weiterbildungsmöglichkeiten ergeben sich durch betriebsinterne Qualifizierungsmaßnahmen, Weiterbildungsangebote der IHK oder je nach Schulabschluss durch ein Studium an der Fachhochschule oder Universität.

Unterricht

Die Anmeldung zum Berufschulunterricht erfolgt über den Ausbildungsbetrieb. Die Auszubildenden besuchen entweder zweimal in der Woche in Teilzeitform die Berufsschule (insgesamt 12 Wochenstunden) oder die Betriebe wählen den Blockunterricht. Beim Blockunterricht besuchen die Auszubildenden an fünf Tagen in der Woche die Berufsschule. Ein Block umfasst ca. 12 – 13 Wochen. Die Ausbildung zur/zum Industriekauffrau/-kaufmann EU kann nur in der Blockform absolviert werden.

Der Unterricht besteht aus den Fächern des berufsbezogenen Lernbereichs: Geschäftsprozesse, Wirtschafts- und Sozialprozesse, Steuerung und Kontrolle und fremdsprachliche Kommunikation. Kenntnisse im Bereich Datenverarbeitung sind integraler Bestandteil der Fächer Geschäftsprozesse und Steuerung und Kontrolle. Im berufsübergreifenden Lernbereich werden die Fächer Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Politik/Gesellschaftslehre angeboten. Im Differenzierungsbereich angesiedelt sind die Fächer Technik sowie Rhetorik.

Die Industriekaufleute EU haben darüber hinaus Unterricht in den Fächern Wirtschaftsrecht EU und Englisch.

Infobroschüre als Pdf-Download

Vorläufige Blockzeiten als download

Beratung

  • die Schulleitung,
  • Frau Studiendirektorin Hilbig-Knipping,
  • Herr Studiendirektor Franke

nach telefonischer Vereinbarung, ebenso am Tag der offenen Tür.

Anmeldung

Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Informationen im Internet

Informationen und Verzeichnisse der Ausbildungsbetriebe sind bei den Industrie- und Handelskammern (IHK) erhältlich.

Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen
Hauptgeschäftsstelle
Öffnungszeiten 8:00 - 16:30 Uhr (Mo.-Do.)
Öffnungszeiten 8:00 - 15:00 Uhr (Fr.)
Bahnhofstraße 18
58095 Hagen
Telefon (0 23 31) 3 90-0
Telefax (0 23 31) 1 35 86

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Die Industrie- und Handelskammern in NRW bieten auch eine Lehrstellenbörse für Ausbildungsbetriebe und Lehrstellenbewerber im Internet an.


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