Cymru

– Wer oder was ist das?

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| Text und Bilder: Verena Kuhlemann |

Drei Monate im ländlich idyllischem Wales inmitten von Schafen, Hügeln und einer sonderbaren Sprachen – ob das wohl etwas werden kann? Ja, das kann es, und zwar eine unvergesslich tolle Zeit.

Zu dieser Erkenntnis sind wir nach unserem abenteuerlichen und außergewöhnlichen Aufenthalt gekommen. Wir, das sind die Schüler der I3B der Berufsschule Iserlohn. Der  Aufenthalt ist Teil unserer dreijährigen Ausbildung, die uns hoffentlich bald zu Industriekaufleuten EU machen wird.

Aber nun wieder zurück zum wichtigen Teil der Geschichte. Im März diesen Jahres machten wir uns in zwei Gruppen auf in den kleinen Ort Llangollen in Wales. Llangollen, vor allem bekannt durch seine idyllische Lage in einem kleinen Tal und am River Dee, sollte nun für einige von uns die Heimat für die nächsten drei Monate werden.

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Die erste und die letzte Woche unseres Aufenthalts verbrachten wir in der ortsansässigen Sprachschule, um uns intensiv auf unsere Prüfung, das Trinity Exam, vorzubereiten. Hier wurde uns direkt bewusst, dass das Leben in Wales einfach etwas langsamer und entspannter abläuft. Stündliche Teepausen, reden über Gott und die Welt und eine entspannte Arbeitsatmosphäre brachten uns eingefleischte Deutschen trotz anfänglicher Skepsis zum Erfolg.

Die restlichen zehn Wochen wurden wir über ganz Wales verstreut und arbeiteten bei verschiedenen Praktikumsstellen. Von Museumsführern über Raftinglehrern bis hinzu Grundschullehrern war alles dabei. Jetzt galt es für uns alle, uns an den walisischen Akzent zu gewöhnen, die kulturell wichtigen Pub-Abende zu überstehen und „the- welsh- way- of- life“ zu leben.  Hierzu gehörte das obligatorische Toast zum Mittag, die ungewöhnlichen Arbeitszeiten, vor 09:00 Uhr passiert in Wales nichts, sowie das Fahren auf der falschen (oder richtigen?) Straßenseite. Wie man merkt, machten wir alle viele interessante Erfahrungen, lernten eine Menge interessanter Menschen kennen und hatten die Möglichkeit uns in einer doch schon recht anderen Kultur zurechtzufinden.

Ein Vorteil war, dass wir während unseres gesamten Aufenthaltes in Gastfamilien wohnen durften, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Großfamilien, Alleinstehende, Familien aus Afrika oder ältere Ehepaare die interessiert an den Geschichten ihrer deutschen Mitbewohner waren. Hier sollten wir lernen, was es bedeutet, mit kleinen Kinder auf Englisch zu kommunizieren, wie das Sonntagshähnchen zubereitet wird und wie ungern die Waliser deutschen Schnaps trinken.

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An den Wochenenden hatten wir Zeit die Umgebung zu erkunden. Dann besichtigten wir Schlösser, wanderten über grüne Hügel übersäht mit Schafen und verfuhren uns in den Weiten der wirklich dünn besiedelten Gegend. Für viele von uns war es auch möglich, ein Wochenende in London, Manchester oder Cardiff zu verbringen.

Wie man also in Cymru sagen würde, wir alle hatten eine „amazing“ Zeit, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wenn Ihr nun also neugierig geworden seit, wer oder was das sagenumwobene Cymru ist, dann auf nach Wales, dort findet ihr bestimmt die richtige Antwort.


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