Aufzucht von Primeln

Projekt  für den Tag der offenen Tür

Für die Gärtner ist die Sache mit der Primel (vulgo „Schlüsselblume“) ganz klar: „Die Schlüsselblume ist Symbol für Frühling, Hoffnung, Jugend, Unschuld, Heilkraft des Frühlings, Öffnung des Himmels“, so heißt es auf der einschlägigen Website einer Gärtnerei aus den neuen Bundesländern. Und nach den Vorstellungen dieser Gärtnerei gilt auch: „Schenken Sie eine Schlüsselblume, sagt diese: Gib mir den Schlüssel zu deinem Herzen."

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Axel Homburg und Tobias Rosenthal beim Pikieren der Primeljungpflanzen

Letztere Sichtweise dürfte vielen Menschen jedoch kaum bekannt sein, jedenfalls konnte die Schlüsselblume im Topf, die man ja auch besser draußen vor dem Haus postiert, die Rose als klassische Sankt-Valentins-Aufmerksamkeit nicht verdrängen. Und so bleibt es für die Primel vorerst dabei, dass sie mit ihren starken, bisweilen gar grellen Gelb-, Rosa- und Violetttönen oftmals noch vor dem Winterende endlich Farbe ins Wintergrau unserer Vorgärten und Blumenrabatten bringt, zumal wenn sie noch dicht an dicht mit anderen Frühblühern wie beispielsweise Hyazinthen steht.

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Jan Hevendehl gießt die neuen Pflanzen vorsichtig an

Ein solches Fest der Farben des Frühlings erwartet auch in jedem Jahr die Besucher am Tag der offenen Tür in der Aula T, und es ist auch schon Tradition, dass die von den Schülern aufgezogenen Frühlingsblumen zum Ende des Besuchertages an die Besucher verkauft werden. Nur, so eine Primel wächst nicht wie eine Gartenkresse in wenigen Tagen. Frühzeitig will damit begonnen werden, und so machte sich schon im September 2014 die Fachoberschule für Agrarwirtschaft und Umwelttechnologie (FOA 11) der Abteilung Land-und Gartenbau am Standort in Letmathe unter Anleitung ihres Fachlehrers Christian Woltmann an die praktische Arbeit, die mit der Theorie im Fachunterricht unterfüttert wurde.

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Ein Blick auf die ersten frisch pikierten Jungprimeln

So wurden Anfang September 2014 die bei einer Gärtnerei bezogenen Sämlinge zunächst in größere Töpfe umgepflanzt, damit sie mehr Luft und Licht bekommen. Sodann galt es in den folgenden Monaten die Pflanzen richtig zu hegen und zu pflegen sowie in den Gewächshäusern ihren Wachstumsfortschritt zu begutachten. So wollten die Pflanzen natürlich optimal gedüngt werden, und es galt auch, Schädlinge wie die blattfressenden Trauermücken und Nematoden (Fadenwürmer) biologisch zu bekämpfen.

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Für gesundes Primelwachstum sorgt Jan Hevendehl mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel

Eine Mühe, die sich zweifelsohne gelohnt hat, denn die kraftstrotzenden und strammen Primeln, die am Tag der offenen Tür am Berufskolleg das Frühlingsbeet in der Aula T schmückten, konnten sich sehen lassen.

(Projektleiter: Christian Woltmann, Bilder: Holger Schmidt, Text: Clas Möller)

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