Schülerpraktikantin

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Interview mit Anja Habbel von der Werbeagentur „Alles Werbung“ und der Schülerpraktikantin Lisa Hartmann

Lisa, dein mehrwöchiges Schülerpraktikum bei „Alles Werbung“ ist nun bald zu Ende. Was waren deine Aufgabenschwerpunkte?

Lisa Hartmann:
Eigentlich habe ich alles gemacht, was in einer Agentur für Werbung und Beschriftung so anfällt. Heute morgen war ich zum Beispiel mit zum Kunden unterwegs, um eine neue Folienbeschriftung anzubringen. Bevor das geschehen konnte, musste natürlich auch erst einmal die alte Folie runter. Folienbeschriftungen habe ich aber auch bei Fahrzeugen angebracht. Wenn man mit Folienbeschriftungen hantiert, fällt auch immer das Entgittern der Folien an. Zu meinen weiteren Aufgaben zählten auch der Textildruck und die Herstellung von Visitenkarten. Spaß hat mir aber auch das Bedrucken von Kaffeetassen gemacht. Dabei werden über mehrere Arbeitsschritte im Sublimationsdruckverfahren Firmenlogos oder Familienmotive auf die Kaffeetassen gedruckt.

Welche Aufgaben haben dich besonders angesprochen?

Lisa Hartmann:
Vor Ort beim Kunden zu sein, das fand ich besonders interessant, denn dort konnte ich noch einmal ganz anders praktisch tätig sein. Das sind dann auch vollkommen andere Arbeiten als hier im Büro der Agentur. Denn natürlich müssen auch die Oberflächen wie zum Beispiel die Fensterscheiben gesäubert werden, ehe die Folienbeschriftung angebracht werden konnte.

Was war für dich ungewohnt?

Lisa Hartmann:
Ungewohnt war für mich, dass ich hier eigentlich nur bis 14.00 Uhr arbeiten musste. Meistens bin ich dann aber doch bis 14.30 Uhr dageblieben oder auch länger, wenn z. B. meine Hilfe gebraucht wurde. Ansonsten gab es eigentlich nichts, was ich ungewohnt fand.

Was wird dir fehlen, wenn du nächste Woche wieder in die Schule zurückmusst?

Lisa Hartmann:
Schwer zu sagen. Insgesamt wird mir alles fehlen. Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das später als Beruf machen werde. Ich werde auf jeden Fall aus diesem Praktikum neue Erfahrungen mitnehmen.

Frau Habbel, Sie haben 1998 zusammen mit Ihrem Geschäftspartner Udo Kretzschmar mit dem Werbetechnik-Betrieb „Alles Werbung“ den Weg in die Selbständigkeit gewagt. Hat sich dieser Schritt gelohnt?

Anja Habbel:
Ich würde das auf jeden Fall noch einmal machen. Mitunter sind die Umstände aber auch etwas zermürbend. Sie müssen wissen, wir sind jetzt hier fünf Leute und damit geht eine hohe Verantwortung einher. Wir haben hier auch schon zwei Mediengestalter ausgebildet – für den eigenen Bedarf.

Wo liegt der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von „Alles Werbung“?

Anja Habbel:
Wie der Name schon sagt: Wir machen alles. Ein Schwerpunkt ist aber sicherlich die Werbetechnik: Plotten, Schilder beschriften etc. Wir machen aber letztendlich genauso viel an Drucksachen, insbesondere für Neukunden, z. B. Flyer bei Geschäftsgründungen. Wir übernehmen aber auch Dienstleistungen für die Industrie. Man kennt uns hier einfach in Neuenrade und spricht uns an.

Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus, Frau Habbel?

Anja Habbel:
Das kann man so nicht sagen. Je nachdem, was anfällt. Ich mache aber schwerpunktmäßig die gestalterischen Sachen. Ich bin auch der Ansprechpartner für die Kunden und unsere Mitarbeiter. Manchmal komme ich aber auch noch dazu, eine gestalterische Aufgabe abzuarbeiten.

Wie sind Sie selbst in die „Werbewelt“ gelangt?

Anja Habbel:
Nach einem Grafikdesign-Studium an der damaligen Märkischen Kunstakademie in Schwerte war ich zunächst in einem Verlag in Düsseldorf tätig. Aus persönlichen Gründen musste ich dann ins Sauerland zurückziehen. Ich arbeitete schließlich in einer Druckerei in Lüdenscheid, wo ich dann auch Udo Kretzschmar kennen lernte. Wir beide fassten dann den Entschluss, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Welche Vorteile bietet Neuenrade-Küntrop?

Anja Habbel:
Die Bundesstraße! Hier fahren viele direkt vor der Tür her. Ansonsten gibt es hier in Neuenrade aber auch viele mittelständische Industriebetriebe, Handwerker – also letztendlich viel Kundschaft. In Neuenrade gibt es schließlich noch zwei weitere Agenturen, die auch leben können.

Letzte Frage: Sind heutige Schülerpraktikanten anders als früher?

Anja Habbel:
Nein. Wir nehmen aber lieber Frauen. Lisa Hartmann war eine Top-Praktikantin, die auch gestalterische Aufgaben übernommen hat. Jungs aber sind in diesem Beruf oft nicht richtig zu gebrauchen. Jungs können sich nicht genügend konzentrieren, insbesondere nicht bei Routinearbeiten, zu denen sie oft keine Lust haben. Man merkt eben, dass die jungen Frauen in diesem Alter oft noch immer ein Jahr weiter sind als die Jungs.

Die Fragen stellte Clas Möller – Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn.

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