Einblicke hinter die Kulissen des Theaters in Hagen

Am 12. November 2021 besuchte die Klasse FO13 der Abteilung Gestaltung zusammen mit ihren Lehrerinnen Martina Wehmer und Petra Krüsmann das Theater in Hagen, um zum einen die Arbeit innerhalb des Theaters kennenzulernen und sich zum anderen auch ein Theaterstück in der Abendvorstellung anzusehen.

Gemeinsam erarbeiteten sie mit der Theaterpädagogin Dr. Sara Walmsley, wie der Körper dazu beiträgt, Emotionen auszudrücken. Denn schließlich ist vor allem der Ausdruck von Emotionen das, was ein Darsteller auf der Bühne können muss. Durch verschiedene Übungen, wie das Kreieren von Standbildern, lernten die Schülerinnen und Schüler sich zu verschiedenen Themen auszudrücken. Hierzu stellten sie in vier Gruppen die Themen Heimatverlust, Flucht, Vertreibung und Migration dar. Auch lernten die Schülerinnen und Schüler die Tanz-Choreografin Amber Neumann und die Dramaturgin Waltraut Körver kennen.

Durch die gemeinsame Fragerunde erfuhren sie, dass eine Tanzkarriere Arbeit von klein auf bedeutet und wie unterschiedlich der Beruf in Deutschland und Amerika sein kann. Amber Neumann beschrieb nämlich das Theater Hagen wie eine kleine Familie und die Arbeit in Amerika als das vollkommene Gegenteil. Zum Abschluss des Workshops sang die Klasse gemeinsam ein Lied aus dem Stück Anatevka.

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Eben dieses Musical besuchte die FO13 dann auch in der Abendvorstellung. Anatevka, benannt nach dem Namen eines Dorfes in Russland, zeigt dessen jüdische Bewohnerinnen und Bewohner im Jahr 1905. Hauptfigur ist der Milchmann Tevje, welcher im Sinne der jüdischen Traditionen lebt und in seinem Glauben Halt findet. Denn das Leben für Juden ist schwer genug: Juden werden in Russland zu dieser Zeit kaum akzeptiert und die Menschen werden geprägt durch Gewalt und Pogrome. Und damit nicht genug: So bringen die drei ältesten Töchter von Tevje dessen Leben ganz schön durcheinander. Denn sie entscheiden sich, sich gegen ihren Vater und die ausgesuchten Männer der Heiratsvermittlerin zu stellen und suchen sich schließlich eigene Ehemänner.

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Trotz der ernsten Thematik wird das Stück vor allem durch die Musik gelockert. Es hat großen Spaß gemacht, den Darstellern und Darstellerinnen zuzuschauen und das Stück zu verfolgen. Das Wechselspiel zwischen Momenten des Glücks und voller Tragik erzeugt eine wunderbare Spannung und lässt den Zuschauer die Gefühlslage der Rollen nachempfinden. Dabei werden Themen wie Vertreibung, Flucht und Heimatverlust behandelt, die auch heute in unserer Gesellschaft relevant sind. Denn trotz der Glücksmomente, die die tragischen Entwicklungen etwas dämpfen – ein Happy End gibt es nicht. So beginnt und endet das Stück mit dem Geiger auf dem Dach und seiner Melodie, die die Menschen aus Anatevka begleitet.

Anna Lümkemann (FO13 Gestaltung)