Jugend debattiert: "Sollen Influencer dazu verpflichtet werden, auf Bildbearbeitung und Filtereinsatz ausdrücklich hinzuweisen?"

Nachdem im letzten Jahr die Debatten bei „Jugend debattiert“ nur im Online-Format (übrigens dennoch sehr erfolgreich) hatten stattfinden können, konnte in diesem Jahr erfreulicherweise die Schulqualifikation wieder vor Ort in unserem Berufskolleg als „Face-to-face-Debatte“ ausgetragen werden. Klar, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehörte indes aus Gründen des Infektionsschutzes dazu.

Die neuen Medien, darum ging es einmal mehr in diesem Jahr bei der Schulqualifikation am 26. Januar 2022. „Sollen Influencer dazu verpflichtet werden, auf Bildbearbeitung und Filtereinsatz ausdrücklich hinzuweisen?“ – so lautete die diesjährige Streitfrage, zu der die insgesamt 12 Debatten-Teilnehmer in drei hintereinander ausgetragenen Debatten das rhetorische Florett führten.

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Bevor es in die Debattenrunden geht, bereiten sich die Teilnehmer vor. Hier Tommy Köhler (links im Bild, GY12) und Justin Eberle (GY11)

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Claudia Vogel, Projektlehrerin und Regionalkoordinatorin bei "Jugend debattiert", erläutert die Rahmenbedingungen der Debatte.

So sprach sich beispielsweise Tommy Köhler (GY12), der in seiner Debattenrunde die Pro-Seite zu vertreten hatte, ausdrücklich für eine Verpflichtung aus, denn vielen Jugendlichen sei nicht bekannt, dass Influencer Filter und Bildbearbeitungsprogramme benutzten, was dazu führe, dass jugendliche Betrachter langfristig unter Umständen gar psychische Probleme wie Bulimie entwickelten, wenn sie diese perfekten Fotos mit natürlichen Fotos ihrer selbst verglichen. Daher sei der verpflichtende Einsatz von Bannern, die anzeigten, ob und was bei den Fotos verändert worden ist, auf den entsprechenden Internet-Seiten zwingend.

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Gruppe 1 (Pro-Seite): Tommy Köhler (l.) und Justin Eberle (r.)

Natürlicherweise sah das die Contra-Seite vollkommen anders. „Ich verstehe gar nicht, wie ihr das überprüfen und sanktionieren wollt“, gab Kim Keßler (HBFW1) zu Bedenken und führte weiter aus: „Die Leute, die alt genug sind auf Social Media zu surfen, die verstehen auch, dass die Fotos bearbeitet sind. Außerdem gibt es auch ein Recht auf künstlerische Freiheit. Und letztendlich müsste man dann ja auch Make-Up verbieten, das ist ähnlich wie die Filter.“ Zudem, so fügte Damir Gaisin (GY13) hinzu, müsse man vor allen Dingen die Frage klären, ab wann man zu den Influencern zähle und auf welchen Plattformen die Regelungen gelten sollten.

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Gruppe 1 (Contra-Seite:) Kim Keßler (links im Bild, HBFW1) und Damir Gaisin (GY13)

Klar, letztendlich konnte die Fragestellung nicht abschließend abgeklärt werden, denn darum geht es ja auch gar nicht beim Bundeswettbewerb von „Jugend debattiert“. Dieser Wettbewerb soll ja vor allen Dingen dazu beitragen, eine gesellschaftlich-konstruktive Streitkultur zu fördern. Was aber nach der drei Debattenrunden auf jeden Fall geklärt werden konnte, ist, wer eine Runde weiterkommt.

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Gruppe 2 (Pro-Seite): Alexander Weiß (GY12) und Alina Claßen (GY11)

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Gruppe 2 (Contra-Seite): Patrick Neuhoff (GY12) und Lina Hagedorn (HBFW1)

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Gruppe 3: Lukas Mansour (links im Bild, GY11) und Darian Heermann (FO12)

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Gruppe 3 (Contra-Seite): Celine Hasemann (GY12)  und Lenny Menocal (GY11)

Teilnehmer des Schulfinales am 28. Januar 2022, so erläuterte Claudia Vogel, Regionalkoordinatorin bei „Jugend debattiert“, die Entscheidung des vierköpfigen Jurygremiums, sind Celine Hasemann, Tommy Köhler und Patrick Neuhoff (alle GY12) sowie Lina Hagedorn (HBFW1). Als Ersatzkandidaten für das Schulfinale wurden Alexander Weiß (GY12) und Kim Keßler (HBFW1) benannt.

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Während der Debattenrunde macht sich die Jury, bestehend aus Tim Haenzel, Thomas Holtewert, Claudia Vogel und Felix Zimmermann, fleißig Notizen.

Allen noch einmal ganz herzlichen Dank für das engagierte Mitmachen und die tollen Debattenrunden. Wir freuen uns auf ein spannendes Schulfinale!