Abitur 2016

abi2016 wv

Ein relativ kleiner Abiturjahrgang von „nur“ 39 Abiturienten – so fiel zunächst einmal auf – war es, der da mit Spannung im Forum des Berufskollegs zusammen mit Eltern, Freunden, Verwandten und Lehrern auf die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse im Wirtschaftsgymnasium wartete.

Und so musste auch nicht verwundern, dass bei aller Freude und Anerkennung über die – teils sogar hervorragenden Abiturzeugnisse – Oberstufenkoordinator Dirk Franke in seiner Ansprache an die Abiturientia 2016 auch sein Bedauern darüber zum Ausdruck brachte, dass man im Laufe der Jahre doch den einen oder anderen „Mitstreiter verloren habe“.

Sollte es an den Lehrern gelegen haben oder an den zu hohen Anforderungen oder mangelte es gar an dem persönlichen Einsatz? Fragen, die letztendlich auch Dirk Franke nicht beantworten konnte, der aber an dieser Stelle klar machte: „Das Abitur am Wirtschaftsgymnasium wird nicht verschenkt.“

Umso deutlicher stellte er aber dafür den „Mehrwert“ des Abiturs am Wirtschaftsgymnasium im Vergleich zu anderen Gymnasien heraus, denn das Abitur am Wirtschaftsgymnasium vermittele grundlegende wirtschaftliche Kenntnisse beispielsweise in Buchführung, Kostenrechnung und Bilanzierung, die in besonderer Weise qualifizieren würden.

Dass vor allen Dingen mit dem Abitur ein neuer Lebensabschnitt beginnt, machten dann Nora Flunkert (Gym 13a) und Katrin Niebuhr (Gym 13b) in ihrer Ansprache deutlich: „Als wir vor 13 Jahren auf die Grundschule eingeschult wurden, war alles noch weitgehend vorgegeben. Von nun an müssen wir selbst Entscheidungen treffen. Jetzt stehen wir an einer Wegkreuzung, an der wir uns entscheiden müssen, welchen Weg wir einschlagen wollen.“

Nun selbst zu entscheiden, eventuell auch entscheiden zu müssen, dieses Motiv aus der Vorrede griff auch Schulleiter Bernhard Ingelbach in seiner Rede auf. Die Möglichkeiten seien äußerst vielfältig. So gebe es allein ca. 9.000 Studiengänge, die Globalisierung eröffne zusätzlich noch einmal ganz andere Perspektiven. Mit dem Abiturzeugnis stünden jetzt Türen auf auch für Positionen, auf denen man Verantwortung übernehmen könne. Verantwortung zu übernehmen sei aber sinnstiftend, keinesfalls eine Last: „Sie können mit Ihrem Engagement dazu beitragen, dass es der nächsten Generation besser geht.“

Ganz in diesem Sinne wünschte er den Abiturienten 2016 des Wirtschaftsgymnasiums deshalb auch, die klugen und richtigen Entscheidungen zu treffen, bevor es zu den Bestenehrungen und der anschließenden Übergabe der Abiturzeugnisse ging.

„Frau Flunkert wäre nicht die erste Professorin in Mathematik, die von unserer Schule stammt“, so leitete Bernhard Ingelbach humorvoll zur Verleihung des DMV-Abiturpreises Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung e.V./Berlin an Nora Flunkert über.

Aber nicht nur im Fach Mathematik hatte Nora Flunkert hervorragende Ergebnisse erzielt. So hatte sie auch mit einer Abiturnote von 1,1 die beste Durchschnittsnote, gefolgt von Michelle Becker (Abiturnote 1,5) und von Semih Colopi (Abiturnote 1,6).

Dass einen Menschen aber mehr ausmacht als eine gute Abinote, darauf hatte allerdings zuvor schon Jan Hoffman als Vertreter der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG aufmerksam gemacht, der Nora Flunkert, Jan Lewerenz und Katrin Niebuhr für ihr soziales und persönliches Engagement ausgezeichnet hatte.

Und dass schließlich die Abteilung Wirtschaft und Verwaltung auch mehr kann als nur Wirtschaft, bewiesen eindrücklich drei Schüler dieses Abiturjahrganges, die unter der Leitung von Ralf Schlüter als auflockernde Theatereinlage eine kurze Sequenz aus „Arsen und Spitzenhäubchen“ vorspielten.

(Text: Clas Möller)