Kraft & Widerstandsfähigkeit

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Projektgruppe der FS 2 möchte junge Flüchtlinge zu innerer Stärke führen

Sich in einer völlig neuen Welt zurechtzufinden, das Leben und auch seine Krisen zu meistern ist keine leichte Aufgabe für die Flüchtlinge, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind. Diesen jungen Menschen zu helfen und ihre Integration voranzubringen, darum geht es in dem Projekt Resilienzförderung, das die angehenden Erzieher Esra Akbas, Sabine Arlt, Anil Demir, Jennifer Müsse und Sharon Oku (Klasse FS 2) auf den Weg gebracht haben und das von Fachlehrerin Wencke Ridder von schulischer Seite betreut wird.

Über Julian Bahr, Sozialarbeiter im Iserlohner Jugendcafé Checkpoint der Iserlohner Versöhnungskirchengemeinde, konnte die Projektgruppe im September den Kontakt zu den jungen Flüchtlingen herstellen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um eine gemischte Gruppe von jungen Männern im Alter von 16-23 Jahren. Großzügige finanzielle Unterstützung für das äußerst attraktive Programm erfährt das Projekt übrigens vom Kreissportbund Märkischer Kreis, der bis zu 1.000 Euro beisteuert.

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Nach dem Kennenlernen der Gruppe am 19. September bei einer gemeinsamen Kanufahrt auf der Ruhr ging es am 29. September mit der insgesamt gut 20-köpfigen Gruppe in den Wildpark Voßwinkel. Mit vor Ort war auch Diakon Michel Frank, Leiter des Sozialzentrums „Lichtblick“ und des Jugendcafés „Checkpoint“ der Iserlohner Versöhnungskirchengemeinde. Klar, in Voßwinkel bekamen die jungen Flüchtlinge, die hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan stammen, natürlich die Tierwelt des deutschen Waldes zu sehen: Sauen und Keiler, tragende Bachen und niedliche Frischlinge, aber auch den röhrenden Hirsch. Aber es ging tief im Wald auch um Vertrauen. In Dreierteams ließ sich jeweils ein junger Flüchtling mit verbundenen Augen zu einem Baum führen und dessen Rinde ertasten. Zurückgekommen am Ausgangspunkt sollte man dann erraten, welcher Baum es war. Danach wurden die Rollen getauscht und die Veranstalter des Projektes ließen sich dann führen.

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Im Anschluss daran folgte aber die eigentliche Herausforderung. Über Stock und Stein ging es zum Team-Kletterwald im Park Voßwinkel. Teambuilding wird hier groß geschrieben – zwei sichern immer per Seil am Boden, nur der Dritte darf klettern. Das funktioniert natürlich nur, wenn man sich absolut auf den anderen verlassen kann. Das gilt erst recht für den Sprung ins Nichts oder das Heraufklettern auf der Himmelsleiter. Für alle ein erfolgreicher Tag, der das Team nachhaltig zusammengeschweißt hat. So zeigte sich denn auch Jennifer Müsse äußerst zufrieden mit dem Erreichten: „ Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, ein Projekt mit so tollen und vor allem unterschiedlichen Persönlichkeiten zu machen. Es macht mich selbst glücklich, wenn ich sehe, wie glücklich sie sind.“

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Und auch die Gruppe war hellauf begeistert. „Die Wildschweine haben mir gut gefallen, besonders die Babys“, berichtete Sajjad Ahmadi, der vor 2 ½ Jahren aus Afghanistan geflüchtet ist, inzwischen auch schon gut Deutsch spricht und hinzufügte: „Die Mitarbeiterin Jennifer Müsse ist sehr nett.“ Überhaupt sei die Betreuung durch die Projektleiter Spitze gewesen: „Sabine Arlt fand ich besonders gut. Sie hat mir viel geholfen“, unterstrich Soumar Makhoul, der vor drei Jahren aus Syrien gekommen ist und bereits ein Praktikum im Checkpoint macht. Er strebt eine Ausbildung zum Erzieher an.

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Abgeschlossen wurde der Tag im Wildwald mit einem gemeinsamen Stockbrotessen am Lagerfeuer.

Weiter ging es übrigens bei diesem wegweisenden Projekt am 06. Oktober mit einer Wanderung zum Danzturm. Ferner fanden hier erlebnispädagogische Spiele im Freien statt. Im Anschluss ließen alle gemeinsam Luftballons mit den darauf notierten Wünschen in den Himmel steigen. Am 12. Oktober wird die Gruppe morgens unser Berufskolleg besuchen und aus Puzzleteilen ein kreatives Gemeinschaftsbild erstellen. Am späten Nachmittag wird sich die Gruppe zum Abschluss im Vereinsheim Hembergstadion treffen und der TUS Iserlohn 1846 e.V. wird sich vorstellen.

(Text und Fotos: Clas Möller)