Schule erst ab 9:30 Uhr

EBC Klasse

Schüler der Profilklasse EBC absolvierten
Auslandsaufenthalt in Llangollen

Englisch lernen in Wales!

Schule erst ab 9:30 Uhr, aber kein Bier unter 18 Jahre!

Für die Schüler der Profilklasse EBC am Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn geht es automatisch in ihrer zweijährigen Ausbildung zum Englischlernen ins Ausland. Bisher war Ziel des Auslandsaufenthaltes Llangollen in Wales. Wegen des Brexits wird es aber in diesem Herbst voraussichtlich erstmalig nach Irland gehen, denn der Auslandsaufenthalt wird mit Mitteln aus dem europäischen „Leonardo da Vinci-Programm“ gefördert.

Wie ein Auslandsaufenthalt nun ganz konkret abläuft, das erfuhren die jetzigen Unterstufenschüler im Interview mit den Oberstufenschülern Christian und Justin (beide 17 Jahre), die zusammen mit 14 anderen Schülern der EBC vom 29. Oktober bis zum 16. November 2018 ihren Auslandsaufenthalt in Llangollen (Wales) absolvierten.

Das Interview:

Christian und Justin, ihr wart jetzt im Herbst drei Wochen zu einem Sprachaufenthalt in Wales. Was habt ihr von eurem Auslandsaufenthalt erwartet?

Christian: Ich wollte vor allen Dingen mein Englisch verbessern und die Kultur besser kennenlernen, da sie anders als in Deutschland ist.

Justin: Genau, ich war auch schon einmal im Süden von England und wollte sehen, ob die Kultur in Wales etwas anders ist.

Was hat euch der Sprachaufenthalt vor allen Dingen gebracht?

Christian: Ich habe vor allen Dingen meine Aussprache verbessert. Jetzt spreche ich viel flüssiger Englisch.

Justin: Ich muss inzwischen auch nicht mehr so viel nachdenken, wenn ich etwas auf Englisch sagen möchte.

Wie war eure Unterbringung und wie war es in den Gastfamilien?

Justin: Normalerweise wurden wir immer zu zweit untergebracht. Es gab aber auch Ausnahmen, wo die Schüler zu dritt waren. Ich war mit einem guten Freund auf einem Zimmer. Ehrlich gesagt, war das Zimmer relativ klein, wir haben uns in der Familie aber trotzdem sehr wohl gefühlt. Wir hatten keine Probleme mit der Familie. Die Familie war wirklich sehr nett, offen und freundlich. Sicher, meine Familie hat mit uns am Wochenende keine besonderen Ausflüge gemacht, denn der Vater musste nämlich viel im Schichtdienst arbeiten. Dafür haben wir uns oft nachmittags zur „Tea Time“ zusammengesetzt und dabei haben wir uns über England und Deutschland unterhalten.

Christian: Auch ich hatte eine wirklich nette Familie. Ich hatte den Vorteil, dass die Wohnung der Familie nah an der Schule lag. Das Essen in der Familie war abends richtig klasse. Oft haben wir im Wohnzimmer zusammengesessen und Fernsehen geschaut, z.B. Quizsendungen. Die Familie hat uns dann auch Empfehlungen gegeben, welche touristischen Ziele wir anschauen sollten.

Konntet ihr das Englisch, das in den Gastfamilien gesprochen wurde, verstehen oder war das ganz anders als das Schulenglisch?

Justin: Ich würde behaupten, dass das Englisch in den Gastfamilien nicht wesentlich von dem Schulenglisch abweicht. Da die Gastfamilien schon vorher andere Sprachschüler aufgenommen haben, haben sie natürlich auch mehr Erfahrung und bemühen sich, langsam und deutlich zu reden. Sicher, Leute, die nicht wussten, dass wir Sprachschüler waren, haben aber sehr schnell geredet und waren dann schwerer zu verstehen. Manchmal war der Akzent in Wales in den Läden und auf der Straße auch wirklich sehr stark.

Ihr habt dort eine Sprachschule besucht. Wie lief der Unterricht in der Sprachschule ab?

Christian: Bei ECTARC (der Sprachschule) wurden wir im Klassenverband unterrichtet. Angenehm war, dass es mit der Schule erst um 9:30 Uhr losging. Die Sprachschule war eigentlich wie eine Privatschule, die von der EU gesponsert wird. Wir wurden von der Sprachschule zweieinhalb Wochen auf das Trinity Exam vorbereitet. Die Sprachschule war sehr gepflegt und sauber. Echt super war der Break Room in der Schule. Dort gab es einen Kicker, eine Wii, zwei Gitarren und einen Fernseher. Die Pausen waren also nie wirklich langweilig. Schule war dort wirklich entspannend.

Ihr wolltet ja drüben an der Sprachschule das Trinity Exam ablegen. Wie ist das aufgebaut?

Justin und Christian: Das Trinity Exam ist in mehrere Stufen (grades) aufgeteilt. Bei uns waren die „grades“ 5-7 vertreten, also bis maximal B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Im Trinity Exam geht es um das Spoken English. Die Prüfung ist in verschiedene Teile aufgeteilt: „Topic“, „Conversation“ und „Interactive Phase“. Beim „Topic“ kann man sich ein Thema aussuchen, das einen interessiert, z.B. irgendwelche Bands, Hobbys, Sportarten usw. Bei „Conversation“ werden die Themen vorgegeben, z.B. Umwelt und Recycling, lokale Wirtschaft etc. Bei „Interactive Phase“ soll man mit dem Gesprächspartner ein unbekanntes Problem lösen. Es geht darum, dass man mit ihm die Konversation aufrechterhalten muss. Für die Stufe 7 dauert die Prüfung maximal 15 Minuten.

Ihr habt dort auch ein Praktikum abgeleistet. Justin, was hast du in deinem Praktikum gemacht?

Justin: Ich habe mein Praktikum beim Llangollen International Musical Eisteddfod, einem Musikfestival, gemacht. Ich habe bei den organisatorischen Sachen geholfen und habe für das Festival mit social media und für die eigene Website des Festivals gearbeitet. Ich durfte z.B. Texte für die Internetpräsenz schreiben und Collagen für Instagram erstellen.

Ist die Mentalität der Briten anders als bei uns Deutschen?

Christian: Allgemein sind die Menschen freundlicher als bei uns. Es gibt immer ein „Thank you“ - an der Supermarktkasse, wenn man der Verkäuferin das Geld gibt und dann noch einmal, wenn die Verkäuferin das Rückgeld gibt. In jedem zweiten Satz fallen auch die Worte „lovely“ oder „sweet“.

Justin: Auch das Büroklima hat mir gut gefallen. Alle sind sehr freundlich dort - alle zwei Minuten fragt jemand, ob er Kaffee bringen soll.

War der Brexit bei euch ein Thema?

Christian: Der Brexit war in den Familien kein Thema. Aber der Brexit wird definitiv Auswirkungen haben, wenn Großbritannien nicht mehr der EU angehört, denn unser Sprachaufenthalt wurde von der EU gefördert. Deswegen wird von unserer Schule der nächste Sprachaufenthalt einer European Business Class nach Irland gehen. Wales und England sind jetzt erst einmal gestrichen – wir waren definitiv die letzten, die zur Sprachschule nach Wales gingen.

Welche Tipps würdet ihr Schülern geben, die zum Sprachenlernen nach Großbritannien oder nach Irland fahren wollen?

Christian: Ich würde empfehlen, wenn man abends mit einem deutschen Klassenkameraden in der Familie am Tisch sitzt, mit ihm Englisch und nicht Deutsch zu sprechen, da es sonst unhöflich ist.

Justin und Christian: Und auf jeden Fall sollte ein Adapter dabei sein. Außerdem sollte man ausreichend Geld dabei haben, um nicht nach zwei Tagen auf Sparmodus umschalten zu müssen. Drüben ist das Essen im Vergleich zu Deutschland ganz schön teuer. Ein Döner kostet in Llangollen 6 £, eine Pizza Margarita 15 £ und ein Pint Bier 4 £. Aber Alkohol gibt es dort leider erst für über 18-Jährige!

EBC Schüler im Interview

(Die Fragen stellten Fahri Gök und Julian Wiesener, Aufzeichnung des Interviews durch Franziska Mandrella und Furkan Kartal - alle Schüler der Unterstufe der HBFW 1A mit der Profilbildung EBC; Fotos: Clas Möller)
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