Jugend debattiert 2019

Soll ein Schulfach „Praktische Lebensführung“ eingeführt werden? – Schulfinale von Jugend debattiert

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen.“ – mit diesem Tweet löste die 17-jährige Naina aus Köln vor vier Jahren eine große Diskussion darüber aus, was an den Schulen vermittelt wird und was eben auch leider nicht. Genau darum ging es in diesem Jahr in dem packenden Schulfinale von „Jugend debattiert“, für das sich Jann Severmann, Christian Kiangala (beide HBFW 2A), Émile Konrad (GY12) und Kiyan Esfandiyari (GY13) in der Vorrunde qualifiziert hatten. In diesem Schulfinale sollte sich nun entscheiden, wer von ihnen sich für den in wenigen Wochen in Dortmund stattfindenden Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ qualifizieren würde.

Klar, die nächste Runde, die wollte natürlich jeder erreichen, und so wurde virtuos mit dem argumentativen Florett umgegangen. So sprach sich denn auch Kiyan Esfandiyari für die Einführung des Schulfaches „Praktische Lebensführung“ als Wahlpflichtfach, das die Schüler aufs Leben vorbereiten soll, aus, denn das leiste die Schule bisher nicht. Eine Argumentationslinie, der sich auch sein Mitstreiter von der Pro-Seite, Jann Severmann, anschloss: „Was wichtige Dinge fürs Leben sind, lernt man nicht in der Schule. Viele Leute wissen z.B. nicht, wie man eine Steuererklärung ausfüllt.“ Naturgemäß sahen das ihre Diskussionsgegner von der Contra-Seite ganz anders. So unterstrich Christian Kiangala die Eigenverantwortlichkeit der Schüler: „In der heutigen Welt, wo wir von einer Wissensgesellschaft reden, dürfte es doch kein Problem sein, wichtige Probleme, z.B. wie man eine Steuererklärung ausfüllt, selbstständig zu googlen. Würde man das Fach Praktische Lebensführung einführen, so würde das mit Sicherheit nicht die Selbstständigkeit fördern. Auch ist auch unklar, was im Fach Praktische Lebensführung überhaupt gelehrt werden soll.“ Und Émile Konrad fügte hinzu: „Die meisten kriegen es hin, die größten Lebenserfahrungen selbstständig zu machen. Da braucht man kein Fach Praktische Lebensführung.“

Wenn auch die Frage nach der Notwendigkeit der Einführung eines Schulfaches „Praktische Lebensführung“ nicht abschließend geklärt werden konnte, so konnte doch geklärt werden, wer von unserer Schule in den Regionalwettbewerb einziehen würde. Nach eingehender Beratung der Jury verkündete Projektkoordinatorin Claudia Vogel die Entscheidung: Platz 1 für Kiyan Esfandiyari und Platz 2 für Christian Kiangala.

Alle vier Debattanten bekamen übrigens für ihr engagiertes Mitmachen als Dankeschön einen vom Förderverein gesponserten Gutschein für einen Einkauf bei Thalia sowie eine Urkunde über die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“.

 JugendDebattiert2019 Schulfinale kopie

Die Teilnehmer von „Jugend debattiert“: Émile Konrad, Kiyan Esfandiyari, Jann Severmann und Christian Kiangala (v.l.n.r., Foto und Text: Clas Möller)
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