Iserlohner gaffen nicht!

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Die Preisträgerin Aaliya Hümmer (GGF 2A) und Thorsten Schick (CDU)

„Hunderte gaffen, als ihr Baby stirbt“ – so lautete die beschämende Schlagzeile in der Zeitschrift STERN zu dem tragischen Unfallereignis, das sich am 13. Juli 2017 in Hagen ereignet hatte. An diesem Nachmittag hatte Shukrije Kinolli ihre Tochter Aida im Buggy durch die Hagener Innenstadt geschoben, als ein Volvo den Buggy erfasst und ihn zermalmt. Unfassbar: Es sind schließlich Hunderte von gaffenden Menschen, die sich um die Unfallstelle versammeln.

Leider kein Einzelfall in Deutschland, sondern ein zeitkritisches Thema, das in den Medien immer wieder Schlagzeilen macht. Höchste Zeit daher auch, gegen diese neue Form des Voyeurismus deutliche Zeichen zu setzen. Genau hierum ging es bei der Plakatkampagne „Iserlohner gaffen nicht“, die Jürgen Lensing vom Jugendschutz und Ordnungsamt der Stadt Iserlohn nach einem ausführlichen Briefing als Wettbewerbsaufgabe an die Gestaltungstechnischen Assistenten aus der Mittelstufe in Auftrag gegeben hatte.

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Der Erste Stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick (CDU)

So freute sich denn auch bei der Ausstellungseröffnung am 06. Juni in der Reformierten Kirche in Iserlohn der Erste stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick (CDU), MdL, darüber, dass es einmal mehr gelungen sei, ein zeitkritisches Thema bei diesem Wettbewerb aufzugreifen, das die Menschen bewegt und bei dem es jetzt gelte, Position zu beziehen: „Wir alle können etwas dagegen tun und Zeichen setzen, dass wir nämlich diese Form des Voyeurismus nicht gutheißen. Gerade Gaffer muss man daran erinnern, dass hier auch die Lebensweisheit gilt: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu!“

Und natürlich lüftete Thorsten Schick auch die Frage nach dem Siegerentwurf, die bei der Ausstellungseröffnung ja schließlich offiziell beantwortet werden sollte. Ein wie immer nicht ganz leichtes Unterfangen bei insgesamt ca. 100 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen, woran auch der Erste stellvertretende Bürgermeister erinnerte. Zur Gewinnerin des mit 300 Euro dotierten Plakatwettbewerbes rief Thorsten Schick dann Aaliya Hümmer (GGF 2A) aus.

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Die Preisträgerin Aaliya Hümmer (GGF 2A)

„Ich habe mich bei meinem Plakat an den Scherzartikeln für Brillen mit herausfallenden Augen orientiert und den etwas flapsigen Spruch «Heute schon gegafft?» darüber gesetzt“, so erklärte die Gewinnerin ihren Entwurf und fügte hinzu: „Ich war schon überrascht gewesen. Wir waren gerade von unserer Klassenfahrt nach Spanien zurück, da kam die Nachricht, dass ich Gewinnerin bin. Von den 300 Euro Preisgeld werde ich auch ein bisschen sparen.“

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Gruppenbild mit teilnehmenden Klassen zur Ausstellungseröffnung in der Reformierten Kirche in Iserlohn

Übrigens wünschen sich Politik sowie der Jugendschutz und das Ordnungsamt der Stadt Iserlohn eine Fortsetzung der Kooperation mit der Abteilung Gestaltung, so unterstrich Thorsten Schick mit Blick auf die Zukunft: „Wir haben die Hoffnung, dass Sie uns auch in den nächsten Jahren mit Ausstellungen und zeitkritischen Plakatkampagnen unterstützen!“. Ein tolles Kompliment, das die teilnehmenden Klassen und Lehrer aus der Abteilung Gestaltung sicherlich gerne angenommen haben.

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Aaliya Hümmer (GGF 2A), Jürgen Lensing (Kinder- und Jugendschutz der Stadt Iserlohn) und Sabine Habeck (Abteilung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten der Stadt Iserlohn)

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Bei der Eröffnung der Plakatausstellung „Iserlohner gaffen nicht“ in der Reformierten Kirche

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In der Reformierten Kirche ausgestelle Plakate

Die Ausstellung kann in der Reformierten Kirche in Iserlohn, Wermingser Str. 9 noch bis zum 13. Juni 2019 besichtigt werden.

(Text und Fotos: Clas Möller)

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